Unsere Elternumfrage „Ferienbetreuung und die Folgen fehlender Betreuung“ an NRW-Förderschulen ist abgeschlossen. Vielen Dank, dass Sie sich so zahlreich beteiligt haben.
Lesen Sie dazu:
Unser Schreiben an Frau Ministerin Feller (pdf)
Statistische Auswertung der Umfragee (pdf)
Unser Schreiben an das Ministerium:
Sehr geehrte Frau Ministerin Feller,
die Landeselternschaft der Förderschulen GE und KME in NRW hat im Mai und Juni 2026 eine Elternumfrage an allen Förderschulen in NRW durchgeführt zu den Themen: Ferienbetreuung und die Folgen fehlender Betreuung. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Sommerferien zeigen die Ergebnisse die dramatische Betreuungssituation dieser Eltern insbesondere während der Ferien. 1891 Eltern haben sich beteiligt:
Die Eltern sind seit Jahren an ihrer Belastungsgrenze. Die Umfrageergebnisse bestätigen noch einmal unsere Forderung nach einer verlässlichen Betreuung unserer Kinder mit Förderbedarf sowohl an Unterrichtstagen als auch in den Ferien, vergleichbar mit den OGS-Angeboten an Grundschulen. Aufgrund der Besonderheiten unserer Kinder, insbesondere bei den Förderbedarfen GE und KME, benötigen wir diese verlässliche Betreuung für alle Altersstufen und nicht nur in der Primarstufe.
Wichtige Ergebnisse der Umfrage sind (und zwar für die Kinder aller Schulbesuchsjahre):
Fehlende Ferienbetreuung:
Einerseits hat nur ein Viertel der Kinder (24 %) in den letzten zwölf Monaten an einer Ferienbetreuung verschiedenster Anbieter teilnehmen können, durchschnittlich für 2,2 Wochen pro Jahr. Andererseits geben drei Viertel der Eltern an (75 %), eine Ferienbetreuung zu benötigen und zwar für durchschnittlich 3,5 Wochen pro Jahr. (Vor einem Jahr gaben noch 67 % der Eltern an, eine Ferienbetreuung zu benötigen.)
Für über 80 % der Kinder mit Integrationsassistenz geben die Eltern an, dass die Assistenz auch währen einer Ferienbetreuung benötigt wird. Über 60 % der Kinder mit Schülerspezial¬verkehr brauchen diesen auch während einer Ferienbetreuung.
Ausschluss vom Unterricht:
10 % der Eltern geben an, dass es immer wieder vorkommt, dass ihr Kind nicht zur Schule darf, weil die Integrationsassistenz fehlt. Ebenfalls 10 % geben an, dass es immer wieder vorkommt, dass ihr Kind nicht in die Schule kann, weil der Transport mit Taxi oder Kleinbus nicht klappt.
Folgen für die Familien:
Über 60 % der Eltern geben an, dass ein Elternteil in Teilzeit berufstätig ist, aber gerne mehr arbeiten würde, oder dass ein Elternteil nicht berufstätig ist, aber gerne arbeiten würde, wenn es eine bessere Betreuung gäbe (21 % bzw. 43 %).
Ein Drittel (33 %) gibt an, dass sie finanzielle Kosten haben, weil eine OGS-ähnliche Betreuung fehlt. Diese Kosten reichen bis zu mehreren Tausend Euro pro Jahr. Der Verdienstausfall durch keine oder reduzierte Berufstätigkeit oder durch unbezahlten Urlaub ist dabei noch hinzuzurechnen.
Details der Umfrageergebnisse finden Sie in der statistischen Auswertung im Anhang.
Unseren Kindern fehlen im Vergleich zu Kindern ohne Beeinträchtigung sowohl in der Ferienzeit als auch in der Freizeit soziale Kontakte, Sport- und Bewegungsangebote. Dies hat enormen Einfluss auf die soziale, emotionale, physische und psychische Entwicklung und führt sehr oft zu regressiven Entwicklungen. Unsere Umfrage verdeutlicht die Unvereinbarkeit von Pflege und Betreuung unserer Kinder einerseits und einer beruflichen Tätigkeit der Eltern andererseits. Es besteht dringender Handlungsbedarf.
Wir würden gerne mit Ihnen über diese Umfrage persönlich ins Gespräch kommen und freuen uns über Terminvorschläge Ihrerseits. Wir setzen auch weiterhin auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen
Sylvie Jantze, Vorsitzende
Steffen Uschmann, stv. Vorsitzender
Christine Kemmann, stv. Vorsitzende