Pressemitteilung 07.07.2026
Endlich Ferien!?
Elternumfrage: Landeselternschaft fordert verlässliche Betreuung der Schülerinnen und Schüler mit Behinderung in den Ferien und während der Schulzeit und wendet sich an die Ministerin
Die Ferienplanung ist in vollem Gange. In wenigen Tagen, am 20. Juli beginnen in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien und die Kinder können es kaum erwarten. Die Ferienunterkünfte zwischen Dänemark und Korsika sind schon lange gebucht und ältere Schülerinnen und Schüler dürfen vielleicht das erste Mal ohne Eltern an einer Jugendfreizeit teilnehmen. Kinder an Grundschulen können meist drei der sechs Ferienwochen in der Offenen Ganztagsschule (OGS) verbringen. Die Älteren an den weiterführenden Schulen sind selbstständig genug, zu Hause zu bleiben und Freunde zu treffen, während die Eltern zur Arbeit sind. Hinzu kommen zahlreiche Sport- und Freizeitangebote, die es Eltern ermöglichen, die Betreuungszeiten Ihrer Kinder während der Ferien zu gewährleisten.
Aber gilt das auch für alle Kinder?
Für Kinder an Förderschulen und deren Familien sieht es anders aus. Die Ferienplanung ist ebenso schwierig, wie die Organisation des Schulalltags. Die Organisation von Betreuung und Pflege ist für berufstätige Eltern in den Ferien kaum zu bewerkstelligen. Beruf und Pflege sind in Zeiten der Sommerferien nicht vereinbar. Den Kindern, insbesondere mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Körperliche und Motorische Entwicklung, fehlt in allen Altersstufen die Selbstständigkeit der Gleichaltrigen ohne Beeinträchtigung.
In den Ferien fehlen viel zu oft Betreuungsangebote für die Kinder an Förderschulen, und während der Schulzeit gibt es nachmittags keine verlässliche Betreuung bis 16 Uhr (vergleichbar dem OGS-Angebot). Unterrichtsausfälle werden nicht ausgeglichen und Kinder müssen oft zu Hause bleiben, wenn die Schulbegleitung oder der Schülerspezialverkehr ausfällt. Es fehlen soziale Kontakte, Sport- und Bewegungsangebote, gerade auch im Vergleich zu Kindern ohne Beeinträchtigung. Die fehlende Betreuung gemeinsam mit Gleichaltrigen und insbesondere in den Ferien hat enormen Einfluss auf die soziale, emotionale, physische und psychische Entwicklung und führt dazu, dass sie sich allein gelassen und ausgeschlossen fühlen und nicht selten rückläufig entwickeln.
Um die Betreuung der Kinder zu gewährleisten, erbringen Eltern und Angehörige eine doppelte Anstrengung, wie eine Elternumfrage der Landeselternschaft der Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Körperliche und Motorische Entwicklung in NRW zeigt. Im Mai und Juni 2026 wurden die Eltern der Förderschulen in NRW zu den Themen Ferienbetreuung und die Folgen fehlender Betreuung befragt. 1891 Eltern haben sich beteiligt und das Ergebnis ist dramatisch.
„Verlässliche Betreuung für unsere Kinder fehlt sowohl an Unterrichtstagen als auch in den Ferien“, erklärt die Vorsitzende der Landeselternschaft Sylvie Jantze. „Wir benötigen sie für alle Altersstufen, nicht nur in der Primarstufe.“
Die Umfrage hat ergeben, dass im vergangenen Jahr nur ein Viertel der Kinder (24 %) an einer Ferienbetreuung für durchschnittlich 2,2 Wochen pro Jahr (!) teilnehmen konnte.
Sylvie Jantze weist darauf hin: „Drei Viertel der Eltern (75 %) geben an, eine Ferienbetreuung für durchschnittlich 3,5 Wochen pro Jahr zu benötigen, um Beruf, Pflege und Betreuung zu gewährleisten.“
Mehr als 60 % der Eltern können nicht in dem Umfang arbeiten, wie sie es gerne möchten, weil eine zuverlässige Betreuung der Kinder fehlt. „Sie arbeiten in Teilzeit oder gar nicht, um die fehlende Betreuung der Kinder auszugleichen“, so Steffen Uschmann vom Vorstand der Landeselternschaft. Etwa ein Drittel der Eltern (33 %) gab an, zusätzliche finanzielle Kosten bis zu mehreren Tausend Euro pro Jahr zu haben, um die fehlende Betreuung zu stemmen. Darüber hinaus führt auch die Notwendigkeit der Berufsaufgabe, reduzierte Arbeitszeiten und unbezahlte Urlaubstage zu einem großen finanziellen Dilemma.
Wie schon im vergangenen Jahr 2025 sucht die Landeselternschaft mit den detaillierten Ergebnissen der Umfrage das Gespräch mit der zuständigen Schul- und Bildungsministerin NRW, Frau Dorothee Feller. „Die Betreuungssituation erfordert konkretes Handeln und einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Ganztags- und Ferienbetreuung für alle Altersstufen an Förderschulen, insbesondere mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Körperliche und Motorische Entwicklung“, so die Vorsitzende der Landeselternschaft Sylvie Jantze.
Anlagen
– Pressemitteilung
– Brief an Frau Ministerin Dorothee Feller
– Auswertung der Elternumfrage für Förderschulen in NRW: Ferienbetreuung und die Folgen fehlender Betreuung
Kontakt
Sylvie Jantze (Vors.) 0157 …
Steffen Uschmann (stv. Vors.) 0151 …
Christine Kemmann (stv. Vors.) 0173 …
vorstand(Ersetzen Sie diesen Ausdruck mit dem @-Zeichen)eltern-ge-kme-nrw.de – www.eltern-ge-kme-nrw.de